Bei der Adverse Childhood Experiences (ACE) Study handelt es sich um eine im Jahr 1998 veröffentlichte medizinische Forschungsstudie, die aufgrund Daten einer Langzeitbeobachtung und Befragung von 17.421 repräsentiv ausgesuchten Personen einen Zusammenhang zwischen belastenden Kindheitserfahrungen einer Person und den lebenslangen gesundheitlichen Folgen für ihr Wohlbefinden nachweist.
Der ACE-Fragebogen erfasst mittels 10 Items folgende Ereignisse im Alter von unter 18 Jahren:
emotionaler Missbrauch
Körperliche Misshandlung
sexueller Missbrauch
emotionale Vernachlässigung
körperliche Vernachlässigung
Trennung von einem Elternteil
Gewalt gegen die Mutter
Substanzprobleme eines Haushaltsmitglieds
psychische Erkrankung eines Haushaltsmitglieds
Gefängnisaufenthalt eines Haushaltsmitglieds.
Als Antwortmöglichkeiten standen lediglich die Auswahlmöglichkeiten ja und nein zur Verfügung.
Von den zwei Drittel der Personen, die von schädlichen Kindheitserlebnissen berichteten, erreichten 87 Prozent einen Punktwert von zwei oder mehr und einer von 6 Befragten hatte einen ACE-Wert von vier oder höher.
Erste Auswirkungen von Kindheitstraumata zeigten sich im Schulalter. „Über die Hälfte der Befragten mit einem ACE-Wert von vier oder mehr Punkten berichtete über Lern- und Verhaltensprobleme, wohingegen es in der Gruppe mit einem ACE-Wert von null Punkten nur drei Prozent waren“ (Van der Kolk, S. 229). Ein Verschwinden oder eine deutliche Reduktion der Wirkungen mit zunehmendem Alter wurde nicht festgestellt.
Weiter wurde festgestellt, dass mit zunehmendem ACE-Wert auch die Zahl der chronischen Depressionen im Erwachsenenalter ebenso erschreckend anstieg wie die Zahl von eingestandenen Suizidversuchen oder die riskante Einnahme von Suchtmitteln jeder Art.
Kindheitstraumata, so wurde weiter festgestellt ist kein Alleinstellungsmerkmal der gesellschaftlichen Unterschicht. Sie kommen in allen Bevölkerungsschichten vor.
Dies zeigt, wie wichtig es wäre, vermehrt umfangreiche Präventionsmaßnahmen in der Bevölkerung und unter Ärzten zu starten, um zukünftige Traumatisierungen zu reduzieren sowie um die Ärzteschaft zu sensibilisieren, nicht nur die körperlichen Symptome zu behandeln, sondern auch einen Blick für mögliche Ursachen in der Kindheit zu entwickeln.
Quellen
embloom.de/inhalte/ace-de
posttraumatische-belastungsstoerung.com/ace-studie-adverse-childhood-experiences
intveen.pro/lpe/fragebogen-zur-ermittlung-des-persoenlichen-ace-wertes/
de.wikipedia.org/wiki/The_Adverse_Childhood_Experiences_(ACE)_Study